Alleinebleiben ist für viele Welpen anfangs ungewohnt. Sie sind gerade erst in ihrer neuen Umgebung angekommen, orientieren sich stark an ihren Menschen und müssen erst lernen, dass kurze Trennungen nichts Bedrohliches sind.
Wichtig ist deshalb, das Alleinebleiben nicht erst dann zu üben, wenn es plötzlich notwendig wird. Ein ruhiger, kleinschrittiger Aufbau ist sinnvoller als lange Trennungen, die den Welpen überfordern.
Warum Alleinebleiben für Welpen schwierig sein kann
Ein Welpe hat in den ersten Wochen viele Veränderungen zu verarbeiten. Neue Menschen, neue Räume, neue Geräusche und ein neuer Tagesablauf sind bereits viel. Wenn dann zusätzlich längere Trennungen entstehen, kann das schnell zu viel werden.
Deshalb sollte das Alleinebleiben möglichst in kleinen Schritten aufgebaut werden. Der Welpe soll lernen, dass du kurz gehst und zuverlässig wiederkommst.
Wann sollte man mit dem Alleinebleiben beginnen?
Es gibt keinen festen Zeitpunkt, der für jeden Welpen passt. Entscheidend ist, dass dein Welpe sich in seinem neuen Zuhause grundsätzlich sicher fühlt und bereits erste ruhige Phasen ohne ständige Aufmerksamkeit erleben kann.
Der Einstieg kann sehr klein sein. Du verlässt zum Beispiel kurz den Raum und kommst wieder zurück, bevor dein Welpe unruhig wird. Erst wenn solche kurzen Trennungen entspannt funktionieren, können die Abstände langsam verlängert werden.
Was beim Aufbau wichtig ist
Übe das Alleinebleiben in einem ruhigen Moment und nicht dann, wenn dein Welpe bereits aufgeregt, übermüdet oder besonders anhänglich ist.
Verabschiedungen und Begrüßungen sollten möglichst unspektakulär bleiben. Ziel ist, dass kurze Trennungen für deinen Welpen zu etwas Alltäglichem werden und nicht zu einem besonderen Ereignis.
Achte außerdem darauf, die Dauer nur langsam zu steigern. Wenn dein Welpe deutlich unruhig wird, jault, bellt oder hektisch nach dir sucht, war der Schritt möglicherweise zu groß.
Welpe folgt überall hin – ist das ein Problem?
Viele Welpen folgen ihren Menschen zunächst von Raum zu Raum. Das ist nicht ungewöhnlich. Trotzdem ist es sinnvoll, im Alltag kleine Momente zu schaffen, in denen dein Welpe nicht ständig direkt bei dir ist.
Das können kurze Situationen sein, in denen du dich im Raum bewegst oder eine Tür kurz schließt, während du etwas anderes machst.
So lernt dein Welpe schrittweise, dass es auch okay ist, sich nicht in deiner unmittelbaren Nähe zu befinden.
Was sollte man vermeiden?
Lange Trennungen ohne vorherigen Aufbau sind für viele Welpen zu schwierig. Auch das bewusste „Aushaltenlassen“, obwohl der Welpe deutlich gestresst ist, hilft nicht dabei, Sicherheit aufzubauen.
Ebenso ungünstig ist es, jeden kleinen Moment der Unruhe sofort mit Aufmerksamkeit zu beantworten. Entscheidend ist ein Aufbau, der so gestaltet ist, dass dein Welpe möglichst entspannt bleiben kann.
Wie lange kann ein Welpe alleine bleiben?
Dafür gibt es keine feste Zeitangabe, die für jeden Welpen gilt. Alter, Persönlichkeit, bisherige Erfahrungen und Gewöhnung spielen eine große Rolle.
Wichtiger als eine bestimmte Minuten- oder Stundenanzahl ist, ob dein Welpe während der Trennung ruhig bleiben kann und sich danach nicht deutlich gestresst zeigt.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Wenn dein Welpe bereits bei sehr kurzen Trennungen stark gestresst reagiert, dauerhaft jault oder bellt, nicht zur Ruhe kommt oder versucht, dir panisch zu folgen, sollte der Aufbau angepasst werden.
Hunde und Welpen mit Problemen in diesem Bereich brauchen häufig ein individuell angepasstes Training. Bei bereits bestehenden Problemen kann ein allgemeiner Trainingsaufbau wie hier beschrieben ungeeignet oder sogar kontraproduktiv sein.
Alleinebleiben gehört zum gemeinsamen Alltag
Alleinebleiben ist kein isoliertes Thema. Ruhe, Sicherheit, Tagesstruktur und die Fähigkeit, auch ohne ständige Aufmerksamkeit zu entspannen, hängen eng damit zusammen.
Im Welpenkurs geht es deshalb auch darum, den gemeinsamen Alltag sinnvoll aufzubauen und den Welpen in seiner Entwicklung passend zu begleiten.
Du möchtest deinen Welpen von Anfang an sicher begleiten?
Im Welpenkurs in Reinickendorf bekommst du praktische Unterstützung bei wichtigen Grundlagen für Alltag, Sozialverhalten und Erziehung.
Für individuelle Fragen rund um das Alleinebleiben ist zusätzlich das Angebot Grundlagen Welpenerziehung geeignet.
Bestehen bereits deutliche Probleme beim Alleinebleiben, ist ein individuelles Training die passendere Wahl.


